Kür Standard
Die "Dresdner Welttanzgala" gehört zu Deutschlands Spitzenveranstaltungen in punkto Tanzsport. Zum 8. Mal richtete das erfahrene Ausrichterteam der Tanzschule Lax das Dresdner Großereignis aus. Über 800 tanzbegeisterte Dresdner und Schlachtenbummler sorgten für eine fantastische Stimmung in dem wunderschön dekoriertem Congress- Center Dresden.
Damit knüpfen Tassilo und Sabine Lax an die langjährige Tradition des "Dresdner Tanzfestivals" an, das von Werner und Elfriede Graf noch zu DDR-Zeiten ins Leben gerufen wurde. Diese bei den Dresdner Bürgern und Turniertänzern gleichermaßen beliebte Tanzveranstaltung fand im Jahre 1999 zum dreißigsten. aber auch zum letzten Mal statt. Zu Ehren und Erinnerung des Tanzlehrerehepaars Graf haben sich Tassilo und Sabine Lax etwas ganz besonders einfallen lassen. Erstmalig wurde der Werner und Elfriede Graf Award im Rahmen der 8. Dresdner Welttanzgala verliehen. Dieser Award ist ein Publikumspreis für das beliebteste Turniertanzpaar des Abends. Unangefochten konnten Boris und Madeleine Rohne diesen Award mit nach Leipzig nehmen.
Das erste Turnier des Abends war die Deutsche Meisterschaft Kür Standard. Nur ein einziges Paar der Kür-Meisterschaft 2007 ging erneut an den Start. Durch die Abwesenheit der amtierenden Standardmeister war der Ausgang an der Spitze sehr ungewiss. Vier Finalpaare der Deutschen Standarmeisterschaft 2008 gingen an den Start und zählten somit zum engeren Favoriten-Kreis. Insgesamt gingen sieben Paare an den Start.
Bei den Paaren Mario Schiena und Sabine Sommer (7. Platz) sowie Marc Hotfilder und Heike Macke (6. Platz) konnte man noch eine starke Unsicherheit während des gesamten Vortrags erkennen, welche sich auf das Publikum übertrug. Wobei die gewählte Musik von Mario und Sabine aus dem Kinohit "Shall we dance" durchaus Potential hat. Anton Nazarov und Kati Engelking (5. Platz) zeigten zu dem Thema "Die Maske" ein Feuerwerk humorvoller Einlagen. Die künstlerische Darstellung überragte leider bei weitem ihre tänzerische Qualität. Somit blieb es ihnen versagt, trotz fantastischer Kür, in die Medaillen-Vergabe einzugreifen. Wie im Vorfeld bereits erwartet, machten die vier Finalisten der DM Standard 2008 die ersten viel Plätze unter sich aus. Zu den schönsten Melodien von Udo Jürgens zeigten Oliver Thalheim und Tina Spiesbach (4. Platz) eine sehr gefühlvoll getanzte Kür. Sie ließen alle Höchstschwierigkeiten sehr leicht aussehen. Künstlerisch für mich eine der schönsten Küren dieser Meisterschaft.
Publikums-Lieblinge waren nicht zuletzt aufgrund des gewählten Themas "Mamma Mia" Stanislaw Massold und Christine Deck (3. Platz). Mit einer meisterlichen Präsentation bewegten sie das Publikum zum Mitklatschen. Die Lokalmatadoren Boris und Madeleine Rohne (2. Platz) waren zugleich das erfahrenste Kürpaar des Abends. Wohl wissend, dass die anderen drei Paare des DM- Finales tänzerisch überlegen sind, legten sie alles in die künstlerische Darbietung ihres Themas "Romeo und Julia". Ohne Zweifel war dies die beste künstlerische Darbietung des Abends und wäre eines Meisters würdig gewesen. Die Überraschung des abends boten Simon Reuter und Julia Niemann (1. Platz). Mit ihrem Thema "Emotion" lösten sie ein Wechselbad an Gefühlen aus. In ihrer Darbietung schafften sie es das Publikum einzufangen und mit auf eine emotionale Reise zu nehmen. Mit einigen genialen Momenten überzeugten sie die Majorität der Wertungsrichter. Bei intensiverer Ausarbeitung könnte diese Kür international sehr erfolgreich werden.
Alles in allem kann der DPV sehr zufrieden sein mit dem Engagement der jungen Profi-Paare. Eine Kür beansprucht viel Zeit, kann zugleich aber sehr befruchtend für die Performance "normaler" Turniere sein. Alle Paare sind auf einem sehr guten Weg und einige werden den Sprung in die Weltspitze der Kürtänzer mit Sicherheit schaffen.
Heiko Kleibrink
Quelle: www.profitanzsport.de

